Medizinstudium in Kroatien

Immer wieder scheitern zahlreiche Abiturient/-innen, deren großer Traum es ist, Medizin zu studieren, an dem in Deutschland für diesen Studiengang an allen Universitäten geltenden Numerus Clausus, denn je nach Bundesland wird hier ein Notendurchschnitt von 1,2 oder sogar 1,0 erwartet. Abiturient/-innen, die zwar von einem Medizinstudium träumen, jedoch einen schlechteren Abiturdurchschnitt haben, sehen sich dann häufig zu einer Umorientierung gezwungen oder müssen sich auf zahlreiche Wartesemester einstellen, bevor sie ihren Wunschstudiengang in Deutschland belegen können. Eine echte Alternative können hier Medizinstudiengänge im Ausland darstellen.

Wer also beispielsweise schon immer ein Sprachtalent besitzt und/oder dazu bereit ist, an seinen Sprachkenntnissen (im Besonderen Englisch, teilweise aber auch der entsprechenden Landessprache) zu arbeiten und diese stetig zu erweitern, kann durch ein Medizinstudium im Ausland dem eigenen Studienwunsch folgen, denn hier ist der Einstieg meist völlig ohne Numerus und Wartezeiten möglich. Dafür bietet sich unter anderem die zu Osteuropa zählende Ukraine als Studienland an, welche an ihrer südlichen Seite an das Schwarze Meer und an das Asowsche Meer grenzt. Bekannt ist die Ukraine dabei besonders für ihre malerischen Landschaften, die sowohl Gebirgszüge als auch Tiefebenen umfassen, sowie für mehrere Nationalparks und Naturschutzgebiete.

Da das Land verhältnismäßig dünn besiedelt ist, konnte die Ukraine durch eine ausgeprägte Landwirtschaft zudem zu einem der größten Getreideproduzenten der Welt heranwachsen. Doch nicht nur in diesem Bereich hat das Land einiges zu bieten, auch internationale Studierende können sich auf ein wachsendes, an sie adressiertes Studienangebot freuen. Zudem bietet die Ukraine sehenswerte Städte wie die Hafenstadt Odessa, welche zahlreiche tolle Strände und ein malerisches Opernhaus besitzt. Trotz all dieser Besonderheiten halten sich die Lebenshaltungskosten in der Ukraine auf einem vergleichsweise angenehmen Niveau, sodass auch aus finanzieller Sicht nicht gegen ein Medizinstudium in der Ukraine spricht.

Universitäten in der Ukraine mit Medizin-Studienplätzen

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Studienaufbau des Medizinstudiums in der Ukraine

Das Medizinstudium in der Ukraine folgt – wie in anderen (europäischen) Städten ebenfalls üblich – dem Bachelor-Master-System, angepasst an den Bologna-Prozess. Dennoch ist innerhalb des Systems wie auch innerhalb der Dozentenschaft noch immer eine postsowjetische Prägung erkennbar. Die Regelstudienzeit für ein Medizinstudium in der Ukraine beträgt sechs Jahre, das akademische Jahr beginnt dabei üblicherweise im September und endet im Juni. Der Studienplan beinhaltet dabei sowohl theoretische als auch praktische Inhalte. Auch Psychologie und kommunikative Fähigkeiten für den Umgang mit Patient/-innen werden dabei geschult. Darüber hinaus können Diagnose- und Behandlungsverfahren an Simulatoren eingeübt werden, sodass die angehenden Ärztinnen und Ärzte auch für die Praxis bestens gerüstet sind.

Zulassungsvoraussetzungen für internationale Studenten

Die Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium an Universitäten, welche in der Ukraine ein Medizinstudium für internationale Studierende anbieten, gestalten sich sehr unkompliziert. Für die Nationale Medizinische Universität Odessa ist hierfür vor allem der Abiturabschluss maßgeblich. Hilfreich ist es zudem, wenn beispielsweise die Fächer Biologie, Physik und/ oder Chemie mindestens als Grundkurs belegt wurden, dabei spielen Noten eine eher untergeordnete Rolle. An der Medizinische Universität in Kiew ist es dagegen ein Muss, dass die Fächer Biologie, Physik, Chemie und Englisch innerhalb des Abiturs mindestens als Grundkurs belegt und dabei mit einer Gesamtnote von mindestens 65% abgeschlossen wurden. Für all jene, die etwas mehr Vorbereitung benötigen, werden entsprechende Vorkurse angeboten. Hier können und sollten vor allem auch sprachliche Kompetenzen im Vorfeld verbessert werden. Als Zulassungsschluss für sämtliche Studiengänge gilt an ukrainischen Universitäten in der Regel der 1. März eines jeden Jahres.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Visum bei der ukrainischen Botschaft beantragt werden muss, sobald absehbar wird, dass der Aufenthalt 90 Tage überschreitet. Dazu ist eine Einladung des ukrainischen Bildungsministeriums erforderlich. Zukünftige Studierende erhalten alles Notwendige, sobald die Bewerbung bei der jeweiligen Hochschule als positiv bewertet wird. Ein erteiltes Visum ist ein Jahr lang gültig und kann anschließend vor Ort verlängert werden. Die ukrainische Botschaft gibt darüber hinaus Auskunft über eine eventuell notwendige Arbeitserlaubnis, auch dies sollten Interessierte bzw. Studierende beachten.

Bewerbungsprozess an Unis in Kroatien

Das Bewerbungsverfahren für ein Medizinstudium an der Nationalen Medizinischen Universität Odessa ist recht unkompliziert. Hierfür müssen lediglich die üblichen Nachweise und Dokumente, etwa das Abiturzeugnis, der Personalausweis bzw. Reisepass, ein Gesundheitszertifikat und Passfotos bereitgestellt sowie ein Nachweis über die Zahlung der Studiengebühren für das erste Jahr erbracht werden. Ähnlich verhält es sich ebenso an der Medizinischen Universität in Kiew. Dennoch sollten stets die jeweiligen Internetseiten der Universitäten besucht und auf genauere oder gegebenenfalls hinzugekommene Voraussetzungen überprüft werden, um das Verfahren nicht zu verzögern. Die Universitäten stellen üblicherweise entsprechende Listen für internationale Studierende bereit.

Universitätslandschaft in der Ukraine

In der Ukraine wird dem Hochschulbereich bisher ebenso die Berufsausbildung in breiten Teilen zugeordnet, wobei jedoch zwischen Universitäten, Instituten und Akademien auf der einen Seite und Colleges (kolledžy), Fachschulen (učilišča) und Technika auf der anderen Seite unterschieden wird. Allein die zuerst genannte Gruppe kann dabei als Äquivalent zu den klassischen deutschen Hochschulen betrachtet werden, denn sowohl Universitäten als auch Institute und Akademien besitzen das Promotions- und Habilitationsrecht, wobei die Institute üblicherweise nur ein einzelnes Fach vertreten (zum Beispiel Recht oder Kunst).

Die Colleges, Technika wie auch die Fachschulen widmen sich dagegen der Berufsausbildung im engeren Sinne – voraussichtlich innerhalb der kommenden Jahre wird hier entschieden werden, welche der genannten Institutionen ihren jeweiligen Status innerhalb des tertiären Sektors beibehalten können und welche stattdessen dem Sekundarschulbereich zugeordnet werden. Die Anzahl der Universitäten, Institute und Akademien (nach alter Nomenklatur umfasst dies die Hochschulen, welche den Akkreditierungsstufen III und IV angehören) beläuft sich derzeit auf 282, hiervon werden 209 staatlich oder auch kommunal und 73 privat getragen.

Insgesamt 14 Hochschulen tragen zudem den Titel „Forschungsuniversität“ und ganze 118 der staatlichen Universitäten den Titel „Nationale Universität“. Zwar sind die sogenannten „Volluniversitäten“ insgesamt in der Minderheit; bestimmte Fachrichtungen wie Medizin oder auch Agrarwissenschaften werden jedoch fast immer an Hochschulen angeboten, die entsprechende Namensbezeichnungen tragen. Darüber hinaus werden Ingenieurwissenschaften nahezu ausschließlich an den Technischen Universitäten (früher auch Polytechnische Institute genannt) gelehrt. Die Quote an internationalen Studierenden betrug nach Stand aus dem Jahre 2019 etwa 4,63 – genauer waren 77.219 Studierende aus dem Ausland für ein Studium in der Ukraine eingeschrieben. Als bedeutende Herkunftsländer zeigten sich hier Indien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Marokko und Nigeria. Zwei Universitäten bieten ein Medizinstudium für internationale Studierende in der Ukraine an, die Medizinische Universität Kiew und die Nationale Medizinische Universität Odessa.

Kosten eines Medizinstudiums in der Ukraine

Für alle internationalen Studierenden fallen in der Ukraine Studiengebühren an, wobei die Höhe wiederum von der jeweiligen Hochschule abhängig ist. In Kiew betragen die Kosten jährlich etwa 3200€, in der Hafenstadt Odessa wird eine etwas höhere Gebühr fällig, sie beträgt etwa 4000€. Auch die Lebenshaltungskosten variieren zwischen beiden Städten. Dies liegt vor allem daran, dass Kiew als Hauptstadt der Ukraine etwas begehrter ist, allerdings bietet die Universität ihren Studierenden ein eigenes kostengünstiges Studentenwohnheim an, welches sich unmittelbarer Nähe des Campus befindet und mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen ist.

Auch Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte befinden sich in unmittelbarer Nähe dessen. Im Allgemeinen sollten Studierende in Kiew mit etwa 750€ pro Monat für Miete, Verpflegung und Freizeitgestaltung rechnen. Die Hauptstadt Kiew besitzt zudem einen Flughafen, der von Deutschland aus schnell und günstig zu erreichen ist. Die Hafenstadt Odessa bietet Studierenden ebenfalls Platz in einem Studentenwohnheim, wobei sich die Kosten etwa auf 1000 € im Jahr belaufen. Im Vergleich dazu müssen für einen 1-Zimmer-Wohnung monatlich etwa 220€ Miete aufgewendet werden. Ansonsten erweisen sich die Kosten zur Lebenserhaltung in Odessa als etwas geringer. Jedoch sollten auch hier ca. 650€ monatlich eingeplant werden.

Anerkennung von Studienleistungen in Deutschland

Ob die Abschlüsse der Medizinischen Universitäten in Kiew und Odessa in Deutschland anerkannt werden, kann leider nicht grundsätzlich zuverlässig bestätigt werden. Zwar sind die Studiengänge im Sinne des Bolognaprozess strukturiert, da die Ukraine aber nicht Teil der EU ist, kann es teilweise notwendig sein, eine sogenannte Gleichwertigkeitsprüfung zu absolvieren, innerhalb derer festgestellt wird, ob notwendige Kenntnisse bei den Studierenden entsprechend vorhanden sind. Idealerweise sollte für etwaige Fragen das jeweilige Landesprüfungsamt für Medizinische Heilberufe (LPA) kontaktiert werden. Hier können auch schon vor Antritt eines Medizinstudiums in der Ukraine wichtige Informationen eingeholt werden.

Vor- und Nachteile eines Medizinstudiums in Kroatien

Vorteile

  • einfache Zulassung durch eher lockere Zulassungsvoraussetzungen und einen vergleichsweise unkomplizierten Bewerbungsprozess, vor allem in der Hafenstadt Odessa
  • verhältnismäßig geringe Lebenshaltungskosten im Vergleich zu anderen europäischen Ländern
  • günstige und unkomplizierte Flugverbindungen nach Deutschland
  • kulturelle Vielfalt

Nachteile

  • Erhebung von Studiengebühren
  • Anerkennung des Studienabschlusses in Deutschland trotz Bologna-Regelungen teilweise unsicher

Fazit zum Medizinstudium in der Ukraine

Die Ukraine bietet als Studienort für die Fachrichtung Medizin eine hervorragende Alternative für all jene, die aufgrund des Numerus Clausus bzw. einer nicht ausreichenden Abiturnote in Deutschland keine Zulassung für ein Medizinstudium bekommen können oder anderenfalls zahlreiche Wartesemester in Kauf nehmen müssten. Zwar ist die Anzahl der ukrainischen Universitäten, die ein Medizinstudium für internationale Studierende anbieten, im Vergleich noch sehr gering, gerade aus diesem Grund kann das Land aber gleichermaßen als ein Geheimtipp für all jene gelten, die weniger Zerstreuung und Trubel suchen, wenngleich die Städte Kiew und Odessa durchaus als belebt bezeichnet werden können.

Natürlich sind auch die vergleichsweisen geringen Lebenshaltungskosten als ein echter Vorteil zu betrachten. Interessierte Abiturient/-innen sollten allerdings nicht unberücksichtigt lassen, dass der Abschluss eines Medizinstudiums in der Ukraine nicht zwangsläufig international anerkannt wird und deshalb eine zusätzliche Prüfung für die Zulassung in Deutschland erforderlich notwendig sein kann.

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